Freitag, 18. April 2008 11:46
ChromosomZ23
Alles steht in einem größeren Zusammenhang (3)
Der Bericht des Studenten C. Z23, Teil 1:

Sehr verehrte LeserInnen!
Es handelt sich offensichtlich um ein Tabu. Etwas, dessen Analyse oder Beurteilung nicht lohnt, ja sie in eine unglimpfliche Lage versetzen könnte. Doch möchte ich sie bitten, liebe Leser, für einen Moment ihre Furcht abzulegen und mit mir hinter die Kulissen zu blicken.
Die ersten Hinweise bekam ich vor 2 Jahren, einige Monate nachdem ich „M.“ auf der Pharmazie kennenlernte...
M. war ein überaus fleißiger Pharmaziestudent im 2. Semester. Er war ordentlich, ehrgeizig und hilfsbereit. Doch kurze Zeit nachdem er die Buchbauer - Prüfung bestanden hatte, fing er an sich zu verändern. Mir ist erst nichts konkretes aufgefallen, nichts worauf man mit dem Finger zeigen könnte, doch gewisse Kleinigkeiten deuteten bereits zu diesem Zeitpunkt auf etwas Seltsames hin.
Immer öfter kam es vor, dass M. unausgeschlafen und zerknittert wirkte. Er war oft unkonzentriert und gereizt. Manchmal konnte man kleine schwarze Flecken auf Ms Händen sehen, seltener im Gesicht. Eine Erklärung dafür hatte er selbst nicht, da er im Labor immer Handschuhe trug, und auch sonst ein sehr gepflegter Mensch war. Außerdem klagte M. über ein gelegentlich leise hörbares Pochen, das ich aber als Einbildung abtat.
Laut M. war eigentlich alles in Ordnung doch fühlte er sich „irgendwie ausgelaugt und abgearbeitet, ohne genau zu wissen warum“.
M. hatte genug Schlaf und führte ein relativ stressfreies Leben. Doch man konnte eindeutig feststellen: Irgendetwas nagt an ihm, verzehrt seine Energie.
Einmal gestand mir M. er hätte häufig merkwürdige Träume, in denen er mit einer Spitzhacke auf dunkle Höhlenwände einschlug und andere Bergarbeiten verrichtete. Im Traum, so sagte M., war er dazu verdammt auf ewig in einer Art Mine zu arbeiten um seine Schuld zu begleichen.

Zum letzten Mal sah ich M., vor einem Jahr. Er sah völlig heruntergekommen und zermürbt aus, und stammelte irgendetwas unverständliches vor sich hin ohne von mir Notiz zu nehmen.
Danach war M. bis heute verschwunden.
Ein weiterer Hinweis war, als ich durch Zufall in einer renommierten Tageszeitung eine Statistik über Pharmaziestudenten las: Immatrikuliert: 67,3% Männer, 32,7% Frauen,... das konnte doch unmöglich stimmen. Wo waren all die Männer? Damals wusste ich noch nichts von den merkwürdigen Dingen, die sich hinter den zahlreichern verschlossenen Türen des Pharmaziegebäudes abspielten...