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Eines Tages war er da. Brille. Hagere Erscheinung. Stechende, kleine, hellblaue Augen. Das schütteres Haar übertrieben ordentlich gekämmt. So stand er mitten in der Aula des Pharmaziezentrums.

Eine latente Aura des Wahnsinns umgab ihn. Genau die Art Mensch, um die man normalerweise einen großen Bogen macht, denen man nie den Rücken kehrt, ein Vollpsycho wie er im Buche steht, klar ersichtlich für jedermann.


Er sprach mich einfach an, nein, er stotterte mehr, welche Filme ich denn so bevorzuge. Völlig überrumpelt gab ich die Informationen preis und realisierte langsam, was ich mir da eingehandelt habe.


Er streckte mir eine schwitzige Hand entgegen, während sich sein Gesicht zu einer grotesken Fratze verzog.

 

"Ragnar der IV. ist mein Na-^-me", das sollte wohl ein Lächeln sein.

Seine Zähne waren seltsam abgestumpft, so als ob er ständig an Knochen herumkauen würde.


Dann fing er an mit dumpfer Stimme zu erzählen wobei er seine Worte auf eigenartige weise verschluckte. Eigentlich verstand man gar nicht, was er sagte. Jedes 3. Wort klang in etwa so wie "Greif-^-en-^-horst" oder "Geif-^-er-^-frost"... IRGENDWAS!!!

Ich konnte nur nicken und dümmlich lächeln, derweil ich mir eine Fluchtausrede ausdachte. Etwas wie: "Ich muss dringend weg,..."

Aber ich blieb stumm. Ich war wie gelähmt.


Der unverständliche Wortsalat meines neuen "Freundes" steigerte sich zu einer Arie des Irrsinns.

...ein-^-Fleischtran-^-sporter-^-wur-^-de-^-auch-^-noch-^-doch-^-schon-^-aufgehalt-^-en...“

Ich schwöre, hätte ich in diesem Moment eine Cyanidkapsel zwischen meinen Zähnen gehabt, ich hätte sie verdammt nochmal zerbissen.


Seltsam auch, wie sich "Ragnar" bewegte: Hölzern ausgeführte Macho-Gesten begeliteten, ein unrythmisches abgehacktes Blinzeln, gefolgt von längeren Starrintervallen.


Dann starrte er nur noch ohne etwas zu sagen. Er starrte einfach durch mich hindurch.

Das war meine Chance... abhauen, jetzt oder nie!

Direkt am Absatz drehte ich mich um, presste ein kaum hörbares „Ciao“ heraus und spurtete durch den Ausgang.

Draußen ging ich dann mit mäßigem Tempo in Richtung U-Bahn das Pharmaziegebäude entlang.

Als ich am anderen Ausgang vorbeikam sah ich ihn dann plötzlich wieder.


Lässig zündete er sich ein Zigarillo an, setzte eine überaschenderweise hochmodische Sonnenbrille auf und schreitete John-Wayne-Syle in Richtung Straße, wo eine goldene, mindestens 5.000.000 Euro Stretchlimousine wartete, in die er von den weichen Körpern halbnackter, vollbusiger Starlets, wie an Schienen, hineindirigiert wurde.


Äußerst skurril !“ dachte ich und verließ die Szenerie.



 

Sie(von der Zeitung aufblickend): Der Obama wird auch nichts ändern, ich bin da nicht dabei bei dieser Euphorie. Und außerdem gibt es in der Politik eh keine Charaktere mehr. Alles derselbe Einheitsbrei.

Ich: Was machst du dir schon wieder für Gedanken. Was läuft denn heute im Fernsehen? Naja, wird eh wieder nix dabei sein für mich. Die guten Filme laufen wenn dann eh nur auf Arte und vielleicht 3sat, und wenn was kommt, dann immer zu spät.

Sie: Manche Filme kann man sich nur im Kino anschaun, findest du nicht?

Ich: Da hast du recht, aber nur mit Popcorn und Cola, das gehört einfach dazu. Hast du mittlerweile schon „Der Untergang“ gesehen?

Sie: Ja, war ganz gut. Ich befürchte nur, Bruno Ganz wird seine Rolle als Adolf Hitler nie wieder ganz los. Weißt du, wen ich schon lange nicht mehr gesehen habe?

Ich: Nein, wen?

Sie: Den Harald Schmidt. Naja, is eh egal, der hätt sich das mim Pocher einfach nicht anfangen solln. Und immer die Fussballübertragungen. Wenn ich Fussball schaue, dann nur zur WM oder EM, ansonsten könnten sie sich das sparen.

Ich: Ich schau mir keinen Sport mehr an, die sind ja heutzutage sowieso alle gedopt. Dein Telefon läutet!

(Ihr Telefon läutet)

Sie: Danke, ich merks. Kenn die Nummer nicht. Da heb ich nicht ab, in letzter Zeit rufen immer mehr so nervige Werbefirmen an. Außerdem möchte ich sowieso nicht immer und überall erreichbar sein. Früher, wies noch keine Handys gegeben hat, hats ja auch irgendwie funktioniert. Und überhaupt, dieser ganze technische Schnickschnack, wer bitte braucht denn das alles?

Ich: Ich sehne mich nach einem Handy, das einfach nur telefonieren kann.

Sie: Stimmt. Weißt du wen ich nur mehr peinlich finde? Den Thomas Gottschalk!

Ich: Ja, da is mir die Heidi Klum noch lieber, auch wenn die in Wahrheit eine ganz ausgepuffte Geschäftsfrau ist.

Sie: Ja, die hats faustdick hinter den Ohren! Die wird die Wirtschaftskrise auch nicht gerade schwer erschüttern.

Ich: Naja, die Finanzwelt ist mir seit jeher suspekt.

Sie: Scheiß Bonuszahlungen. Und dann darf unsereiner dafür büßen, dass ein paar raffgierige Manager zu blöd sind, ihr Geschäft richtig zu machen.

Ich: Das Geld existiert ja alles überhaupt nicht, das ist alles nur Vertrauen.

Sie: Ja stimmt. Hat alles keinen reellen Wert! Eh klar, dass das alles irgendwann wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen musste.

Ich: Warst du eigentlich schon mal in Amerika?

Sie: Ja, in New York. Ich liebe New York. Aber New York hat mit dem Rest Amerikas nichts zu tun.

Ich: Da möchte ich auch unbedingt mal hin.

Sie: Nach Australien möchte ich auch mal unbedingt für ein paar Monate. Oder nach Neuseeland!

Ich(zwinkernd): Jaja, die Surfer.... 

 

 Der Bericht des Studenten CZ23 (Teil 3):

 

Ein alter Freund

Als der Polizeiarzt die Decke von der Bare entfernte drang mir ein widerwärtiger, stechender und zugleich faulig-süßer Geruch in die Nase, der zu sofortigem heftigen Brechreiz führte. Reflexartig drehte ich mich um.

Mein rechtes Augenlid zuckte, und ich war einem Kreislaufkollaps nahe.

Doch ich zwang mich dazu, wieder hinzusehen.

Obwohl der Verwesungprozess schon einigermaßen fortgeschritten war, konnte ich M. eindeutig identifizieren.

Er sah extrem ausgezehrt und abgemagert aus. Seine Augen traten hervor und die meisten Haare waren anscheinend ausgefallen.

Überall klebte schwarzer Staub an ihm und man konnte auch über den ganzen Körper verteilte Schürfwunden und Blutergüsse sehen, ähnlich einem verünglückten Kletterer. Seine Fingernägel waren abgenutzt und dreckig, als hätte er tagelang in steiniger Erde gescharrt und in seinen Händen befanden sich kleine Kohlestückchen.

 

"Wissen sie, was das zu bedeuten hat?" fragte ich den Polizeiarzt, auf den leblosen Körper starrend?

"In eine Baugrube gestürzt, der Fall ist abgeschlossen..." kam die Antwort, einsilbig und unsensibel.

"Nicht sehr glaubwürdig" , dachte ich mir, irgendetwas stimmt hier nicht.

"Er... ist es." presste ich aus mir heraus und machte Anstalten den Raum zu verlassen.

"Hier noch eine Unterschrift, dann haben sie es überstanden. Herzliches Beileid."

-geheuchelt.

Ich setzte eine zittrige Unterschrift auf den Papierbogen.

"Das passt alles nicht zusammen, das war kein Unfall" dachte ich, den Raum verlassend und schwor mir, der Sache auf den Grund zu gehen.

 

 


Sehr geehrte Leserschaft!
Heute möchte ich über etwas schreiben, das früher oder später jedem Pharmaziestudenten in Wien begegnet.

Um die Biologie und Morphologie zu  meistern, muss man sich vor allem mit einem Thema auseinandersetzen, und zwar:
JS!
Ja, diese Initialien, die in großzügigen Salven über die Skripten -JS!-JS!-JS!- verteilt sind, tun ihre Wirkung. -JS!-
JS-Symbole treten wie dünne Nadeln über das gequälte Pharmazeutenauge ein (JS!), um dann direkt in dessen Seele vorzudringen.
Zuerst unbemerkt zerschlagen JS!-Symbole die Mauern der Vernunft, brennen sich tief in das Unterbewusstsein ein und
korrumpieren schlussendlich die gesamte Persönlichkeit, auch des widerstandsfähigsten Hardcore-Strebers. -JS!-JS!-JS!-

Selbst wenn man sich nach einem harten Lerntag dem süßen Schlummer hingiebt, ja sich in Morpheus Obhut begiebt, hält dieser nur eines bereit, und zwar: -JS!
Denn es gibt kein Entrinnen. JS! ist überall.

Der Lernende schaltet den Fernseher ein, und er sieht: JS!
Er öffnet den Kühlschrank und in ihm befindet sich ...JS!
Er ruft einen Freund an und dieser meldet sich mit JS!
Er will eine andere Nummer wählen, doch es befinden sich nur noch JS-Tasten auf der Wählfläche.
Er versucht um Hilfe zu schreien, doch er bringt nur ein verzerrtes "JJJJJJSSSSSSSSS!!!!!!!!!!" heraus.

Jetzt fragt man sich, was soll das ganze?
Wozu der JS-Aufwand, die Denkmuster der Studenten zu verändern?

Nach monatelangem Starren auf das JS-übersähte Skriptum erkannte ich plötzlich die Wahrheit.
Es ist ein Code, eine Nachricht welche die erschreckende Antwort auf die Frage über das Leben, das Universum und den ganzen Rest beinhaltet.

Und ich werde nicht zögern, diese Wahrheit hier und jetzt zu veröffentlichen.
Also halten sie sich fest sehr verehrte Leser, denn die Antwort auf die alles entscheidende Frage lautet:

JS!

Aufgrund der zahlreichen Anfragen, hier einige Fotos von mir.

 

Mein Passfoto...

Hier haben wir Activity im Garten gespielt und ich musste einen Hippie panthomimisch darstellen,...gar nicht so einfach sage ich euch

 Mopedunfall auf dem Gürtel,... es sieht zum Glück schlimmer aus, als es war...

 

 Fasching 2007...

Bei der Ehrung des Roten Kreuzes für langjährige Blutspender, leider hatte ich an dem Tag Magenkrämpfe

Wohnungseinweihungsfeier 2006, das wahr ein Spaß,...meine Exfreundin ist auch noch zu sehen!

Meine Ex und ich, intim... sie wahr echt heiß, leider hat sie mich dauernd betrogen :((((

 Ein paar Kollegen von der Pharmazie und ich glücklich nach der Buchbauerprüfung, wir haben es alle mit 1ern geschafft!

Vor Diät und Facelifting, 2005.

Ein selbstprotrait, dass ich in der Schule machen musste. Der Mund ist mir leider missglückt.

 

So das wars, Ciao!

 

 

 

 

15:13, eine weiche Jazzstimme, wahrscheinlich Diana Crall weckt Florian F. aus seinem 13 stündigen Schlummer. Er hat wohl das Radio angelassen.

Bedächtig gräbt sich Florian durch flauschige Daunenberge, noch immer halbblind und schlaftrunken.

Seine Füße finden die von seiner Mutter sorgsam bereitgestellten Morgenpatschen und Florian wälzt sich aus dem wohligen Brutmilieu seines Bettes. Die ersten Schritte, natürlich Richtung Küche, sind noch unsicher und langsam, der Körper muss ja erst in die Gänge kommen.


Mikrowellenwarme Choco-Pops warten bereits, auf dem von Florians Mutter liebevoll mit Rosenblüten deckorierten Küchentisch.


Florian zerkaut sein leckers Frühstück , während er das Fernsehrprogramm der letzten Woche durchblättert. Das Meiste hat er schon gesehen.

Dann isst er noch eine Tafel Milka Alpenmilchschokolade, mit Trüffelfüllung,... fürs Wohlbefinden.

Noch ein Glas Milch, nicht zu schnell getrunken, damit man sich nicht verschluckt, und Florian schlendert unbefangen ins Bad.

Nach einer ausgiebigen (41 minütigen) Dusche reibt ihn seine Mutter noch mit Nivea-Creme ein, stylt seine Haare und hilft ihm beim Anziehen, dann geht es ab auf die Uni, in Papas Geländewagen, einem Hummer 1 (gehört heutzutage zum guten Ton).

Florian studiert nämlich Pharmazie, genau wie es seine Mama und sein Papa vor ihm getan haben.


Hektisches Getue liegt ihm nicht, und so ist es nur Recht und billig für ihn, im 21. Semester zu sein.


Ganz im Sinne des Montessori-Systems lernt Florian nur, wenn er Lust dazu hat. So wird sein Potenzial voll ausgeschöpft.

Die Ringvorlesung der Pharmazie hat er so auch schon geschafft, der Rest ist dann nur noch eine Frage der Zeit... und davon ist genügend vorhanden, sagt sein Papa immer.


Eine Stunde pro Woche sollte man aber schon im Pharmaziezentrum verbleiben, zur Motivation.

Um unnötigen Aufwand zu vermeiden, holt Florians Mutter ihn immer von der Uni ab, ein Anruf genügt, ist ja selbstverständlich!

Den Abend verbringt Florian gerne zu Hause entweder vor dem PC, alternativ aber auch vor dem Fernseher, da dieser immer noch ein bedeutendes Instrument der Unterhaltung darstellt.


Frische Erdbeermarmelade, lege artis gemischt mit Butter steht immer bereit, um Florians Abende zu versüßen. Der nächtliche Kakao ist Florian am Wichtigsten: Hier muss Mama sich voll konzentrieren, um das richtige Milch/Kakao/Zuckergemisch herstellen zu können, aber zum Glück passiert ihr so gut wie nie auch nur der kleinste Fehler, ganz zur Zufriedenheit von Florians Gaumen.

Marmeladenbrot


Es soll dem guten Buben an nichts fehlen... sagt Oma immer und legt Florian jeden Abend 500 Euro unter den Kopfpolster, die er meist während dem Fernsehen entdeckt.

Davon kauft Florian gerne Fitnessgeräte aus dem Teleshop oder Tresore für seine unbezahlbare Uhrensammlung. Manchmal auch neue Bettmatratzen, da diese in einem anständigen Haushalt alle 2 Wochen von einem Sachkundigen gewechselt werden müssen.


Gerade ein Pharmaziestudent muss sich ja gut ausschlafen können.

Darüber hinaus schläft Florian sehr viel und gerne, was ihm auch vergönnt sein soll, dem lieben Bub!


Wir wünschen dir alles Gute Florian, studiere weiter so fleißig!

Outside 

Initiation


„Bist du bereit?“, fragt der andere. Er öffnet eine Tür. Stiegen hinab.

„Wunderschön, dieses Rot“ Das Licht der untergehenden Sonne wagt sich nicht hinunter.

„Dieser Ort verschlingt Seelen, heißt es“

Ich spüre, dass er recht hat. Kühle Luft strömt mir entgegen. Er rührt sich nicht und sieht mich an.

Fragen sind überflüssig.

Ich steige hinab.

Allein. -Ich lasse alles zurück.

Hinunter. -Jeder Schritt von einem Echo begleitet.

Immer tiefer. -Der Angst entgegen.

Immer dunkler.


Dann höre ich die Tür zufallen - Stille.

Es dringt kein Licht mehr von oben herein. Vorsichtig taste ich mich weiter.

Schritt für Schritt entferne ich mich von der Welt.

Schritt für Schritt nähere ich mich etwas anderem. Immer tiefer, eingebettet in Dunkelheit.

Wo ich schlafen kann und ein anderer erwacht.


Meine Zeit ist vorbei, ich mache Platz für den anderen. Hier unten ist seine Welt.

Ich höre nur SEIN Wort. Und sein Wort ist Gesetz.

Und ich sehe seinen Händen zu, es sind nun meine Hände.

Und ich höre seinen Worten zu, es sind nun meine Worte.


Und ich tue, was auch immer er verlangt – um endlich dazuzugehören.


M.

Abstieg

Ich: „Bitte was ? Kohle? Du meinst, die verbrennen da nicht Müll, sondern Kohle? Aber das wäre ja Betrug!“

Sie: Das hab ich zuerst auch gedacht, aber der Rauch, der aus dem Turm kommt,  das ist kein typischer Kohlerauch und viel zu wenig für solche Mengen, ich kenn mich da aus, mein Vater hat in einem Kohlekraftwerk gearbeitet.“

Ich: „Achso? Was ist dann passiert?“

Sie: „Sie haben mich natürlich entdeckt. Es waren so uniformierte Kerle, es ging alles so  irrsinnig schnell. Innerhalb kürzester Zeit fand ich mich in einer fensterlosen Zelle wieder. Da saß ich dann einige Stunden und wartete darauf, dass  die Polizei mich abholen würde. Doch stattdessen tauchten  3 maskierte Männer auf und führten mich wortlos in einen sterilen Raum. Die haben mich brutal verhört. Waterboarding, Russisches Roulette, Kitzeln, diese Sachen. Sie wollten wissen, was ich gesehen habe. Doch ich blieb stark.“

Ich: „Was heißt, du bist stark geblieben? Ich dachte immer das sei unmöglich bei derartigen Foltermethoden!“

Sie: „Meine Mutter ist Offizierin beim Heeresnachrichtenamt, das ist der Auslandsgeheimdienst Österreichs und sie war immer eine strenge Mutter. Da lernt man, wie man Verhörmethoden widersteht. Ich hab denen erzählt, ich wäre betrunken in einer Mülltonne eingeschlafen. Ich denke, das haben sie mir abgekauft.“

Ich: „Das ist ja fürchterlich, wie bist du aus dieser Hölle wieder rausgekommen?“

Sie: „Nach drei Tagen ununterbrochenen Verhörs haben sie mich gehen lassen. Wenn ich wiederkäme, dann wäre das das letzte Mal und das wiederum wäre ein Versprechen.“

Ich: „Und dann bist du gleich zur Polizei gegangen, oder?“

Sie: „Zur Polizei? Die Polizei ist genau gegenüber des Kraftwerks! Glaubst du, die würden das genau gegenüber der Polizei machen, wenn sie Angst vor denen hätten? Die haben ja auch gesagt, wenn ich zur Polizei ginge, dann wär ich genauso dran, sie würden das sofort erfahren. Hättest du vielleicht was zu essen da? Ich hab solchen Hunger. Ich hab aufs Essen irgendwie vergessen seit ich da raus bin.“

Ich lud sie in die Mensa ein, wo sie sich mit den Worten „eigentlich bin ich ja Vegetarierin“ 2 Teller Cevapcici bestellte. Ihr Hunger musste  also beträchtlich gewesen sein. Wenige Minuten später, sie war beinahe fertig, legte sie die Gabel nieder und blickte auf die Reste auf ihrem Teller.

 „Glaubst du eigentlich an Gott?“, fragte sie.

Ich: „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Was ist mit dir?“

Sie: „Das is ja mal eine klare Antwort. Ich weiß nicht. Wenn es Gott gibt, warum lässt er dann zu, dass sowas passiert? “

Ich: „Vielleicht ist Gott ja böse.“

Sie: „Vielleicht.“

Ich: „Allerdings hättest du mich nie kennengelernt, wenn dir das nicht passiert wäre.  Sieh‘s mal so!“

Sie: „Ja, du hast Recht. Es gibt Gott- und er ist mit Sicherheit böse.“

 

Mit freundlichen Grüßen,

ChromosomZ23

 

Liebe Leute!

Auf der Stiege vorm Haupteingang der Pharmazie kauerte ein Mädchen. Sie schluchzte und heulte, als wäre das Ende aller Tage. Da niemand um sie herum war, sah ich mich gezwungen, sie aufzumuntern.

Ich klopfte ihr auf die Schulter und sagte: „Ach mach dir nichts draus, den Buchbauer haben schon ganz andere geschafft, ein bisserl Glück gehört immer dazu. Und außerdem kommt eh vielleicht bald die Umstellung auf den Bachelor, da schaut der Studienplan vielleicht ganz anders aus. Hast du schon mal überlegt, ein paar Prüfungen wo anders zu machen und sie dir für den Buchbauer anrechnen zu lassen? Was is mit Graz, Innsbruck? Ich kenn ein paar gute Chemienachhilfelehrer, kann dir die Nummern geben. Man muss nur wissen, wie man den Stoff angeht, nicht wahr? Kopf hoch! Der wievielte Antritt wars denn überhaupt?“

Sie:  „Buchbauer ? Ihr Pharmazeuten immer mit eurem Buchbauer! Ihr habt ja nix Anderes im Kopf. Buchbauer hin, Buchbauer her, wie wenn die ganze Welt nur daraus bestünde. Ich studiere übrigens Raumordnung, das hat nix mit Chemie und so einem Zeug zu tun…“

Ich: „Achso, na dann kanns ja nicht so schlimm sein, hört sich ja stark nach Geisteswissenschaften oder sowas an, oder?“

Sie:  „Du hast ja keine Ahnung und überhaupt kannst du dir deine Arroganz sparen, du akademischer Schachtelverkäufer, du profitgeiler Handlanger der Pharmaindustrie!“

Ich: „Jetzt aber mal halblang, der Pharmazeut muss auch dem industriellen Standard genügen! Wir Pharmazeuten tragen zudem enorm große Verantwortung! Wenn du wüsstest, welchen Blödsinn viele Ärzte den lieben Tag lang verschreiben! Lebensgefährlich, sag ich, lebensgefährlich!  Naja gut, ich versteh‘s eh, wenn mir eine Firma einen schönen „Kongressaufenhalt“ auf den Bahamas zahlen würd, wärn mir ihre Produkte auch wesentlich sympathischer. Und überhaupt, du bist sicher genau so jemand, der für jede Krankheit ein Flascherl aus der eigenen homöopathischen Zauberkiste hat und für Geld per Handauflegen Warzen entfernt. Bei Vollmond, versteht sich!“

Ich war sehr zufrieden mit meiner Kampfrede und gewillt, ihren nächsten Angriff erneut abzuschmettern, da begann sie erneut Krokodilstränen zu vergießen.

„Ach, lass mich doch bitte einfach in Ruhe. Bitte!“, sagte sie.

Ich sah, dass es wirklich schlimm um sie bestellt sein musste. Unvermittelt vertrieben die Emotionen Mitleid und Reue den blinden Zorn  aus meiner Seele.

„Es tut mir Leid, dir geht’s  nicht gut und ich hab nichts Besseres zu tun, als dich zu beschimpfen. Willst mir eine reinhaun? In den Bauch! Vielleicht geht’s dir dann besser ? Volle Wucht! Im Ernst jetzt! Tu es! „

Sie reagierte nicht auf meinen Wunsch, dessen Erfüllung wohl ohnehin eher mein Gewissen als ihren Gemütszustand erleichtert hätte.

„Die sind verrückt“ sagte sie.

Ich: „Wer ist verrückt? Die Pharmazeuten? Ja, hast eigentlich eh Recht, ein paar Freaks sind schon dabei. Naja, vielleicht auch ein paar mehr.“

Sie: „Doch nicht die Pharmazeuten. Die sind mir doch wurscht.“

Ich: „Danke.“

Sie: „Die da drüben mein ich, die da in dem Turm.“

Ich: „In welchem Turm ? Meinst du die Müllverbrennungsanlage, oder was? “

Sie: „Müllverbrennungsanlage ? Haha, dass ich nicht lache! Weißt du was die behaupten? Die sagen, die haben das  zur Stromversorgung des AKH’s gebaut.“

Ich: „Ja und, is eh klar, dass die riesigen Kästen da viel Strom brauchen, oda?.“

Sie: „Da sieht man‘s wiedermal. Pharmazeuten. In welchem Semester kriegt ihr denn die Scheuklappen umgeschnallt?“

Diesmal konnte ich mich zusammenreißen.

Sie: „ In Raumordnung lernen wir im ersten Semester folgenden Spruch: Baue nah, so bist du schneller da, baue fern und keiner hat dich gern“

Ich: „Schon im ersten Semester ? Ihr seits ja echt auf Zack. “

Sie: „Klappe zu! Weißt du, wie weit das AKH von Spittelau entfernt ist?

Ich: „No idea.“

Sie: „Ich sags dir: 2 KILOMETER.“

Ich: „Nicht gerade nah.“

Sie: „Ist doch völlig ineffektiv ein Kraftwerk 2 Kilometer entfernt zu bauen, wie wenn da sonst nirgends Platz wäre. Außerdem wohnen da ja überall Menschen rundherum. Wie wenn das niemanden stören würde. Hast du gewusst, dass 2007 angeblich über 60 „Delegationen“ aus aller Herren Länder gekommen sind, um sich diese Gebäude anzusehen? Angeblich viele aus Italien, du weißt schon, die habens da ja nicht so mit der Müllbeseitigung. Mafia und so. Angeblich kommen die alle wegen des Hundertwasserstils. In Japan, in Osaka, da haben sie übrigens auch so ein Ding hingestellt, im Hundertwasserstil.

 

("Spittelau" Osaka)

Ich: „Sehr mysteriös hört sich das an, in der Tat.“

Sie: „Das hab ich mir auch gedacht und deswegen wollte ich die Sache mal genauer unter die Lupe nehmen…“

Ich: „Das heißt?“

Sie: „Ich hab mich da reingeschlichen.“

Ich: „Wie bitte? Da machst du dich doch strafbar!!  Wie hast du das überhaupt gemacht? Is ja alles umzäunt, außerdem sind da überall Kameras.“

Sie: „Ich hab mich in einem Müllwagen versteckt. Ich hab mich gerade so reingelegt, dass ich von Müll bedeckt war, aber noch atmen konnte. Der ist dann tatsächlich in die Anlage hineingefahren. Ich wollte dann im geeigneten Moment rauspringen und mir die Anlage mal genauer ansehen. Doch dann hörte ich dieses Bellen, es kam immer näher. Offensichtlich durchsuchten die die Müllwagen. Also tauchte ich tiefer in den Müll, um nicht entdeckt zu werden. Doch ich kam nicht recht weit, denn anstatt des erwarteten Mülls war da Kohle! Überall Kohle! Unter einer 50 cm dicken Schicht Müll waren in diesem Wagen hunderte Kilo Kohle versteckt.“

Fortsetzung folgt.....

Alle Frauen begehren ihn, Männer bekriegen sich seinetwegen, er ist der  König der Edelsteine:  der Diamant.  Aufgrund seiner Bedeutung, vielleicht auch ein wenig wegen des hohen Frauenanteils, begegnen  wiener PharmaziestudentInnen jener Kohlenstoffmodifikation sehr früh, nämlich in der Vorlesung „Allgemeine und anorganisch pharmazeutische Chemie“.

Besonders beliebt ist der Diamant bei Schurken, die seine Härte (Härte 10 der Mohs’schen Härteskala) nutzen, um das Fensterglas des Hauses, in dem sich das ersehnte Diebesgut befindet, zu  zerschneiden und sich so unauffällig Zutritt zu verschaffen. Auch in der Industrie wird  er genutzt um zu schneiden, zu bohren und zu schleifen und zumindest in Hollywood erweist sich der Diamant immer wieder als wichtiger Bestandteil hocheffektiver Laserwaffen.

Doch  das Diamantenbusiness ist gefährlich. An den Händen so manch eines  Diamantenhändlers klebt Blut.  Es sind heute wenige international tätige Großkonzerne, die den Diamantenabbau unter ihren Fittichen haben. Und Großkonzerne werden  wie wir alle wissen ohnehin meist von niederträchtigen Bösewichten geführt, die keinen Respekt vor Menschenwürde, freier Arbeitszeitgestaltung etc. besitzen.  Doch die Vormachtstellung dieser Konzerne ist bedroht…

Die Alchemisten unter uns Pharmazeuten werden es bereits wissen: Nicht nur existieren heute bereits Verfahren, kerntechnisch Gold (beispielsweise aus Quecksilberisitopen) herzustellen, auch künstliche Diamantenproduktion ist möglich. Nun ist dies im Falle des Goldes absolut unrentabel, im Falle des Diamanten hingegen sogar so rentabel, dass mittlerweile 80 Prozent des Weltdiamantenbedarfs durch künstliche Diamanten gedeckt ist.

Zwar ist die benötigte Temperatur um aus Graphit künstliche Diamanten herzustellen höher als die von flüssigem Magma und der benötigte Druck entspricht dem von annähernd dreihundert gleichzeitig explodierenden Airbags! Trotz dieser unfassbar großen Kräfte und damit ungeheurem Energieaufwand geht die Rechnung auf.

Als wäre das Selbstvertrauen des natürlichen Diamanten nicht schon genug geschädigt,  leidet er unter den Schleif- und Schneidemitteln auch noch großen Konkurrenzdruck von anderer Seite. Insbesondere die kubische Form des Bornitrids, des „Borazons“ , welches sich dem Diamanten gegenüber als hitzeresistenter, also bei höheren Temperaturen einsatzfähig erwiesen hat, macht ihm zu schaffen.

Darf es, kann es sein, dass der Diamant seine Bedeutung verliert?  Fraglich, denn schon die alten Inder sagten ihm ungeheure Zauberkräfte zu und es waren allein Götter, die frei über das Schicksal der Diamanten bestimmen durften. Im Buddhismus steht der Diamant oftmals als Sinnbild für „das Höchste“ und auch Plinius der Ältere schrieb, dass der Diamant zu den »Wertvollsten unter allen irdischen Dingen« gehöre.

Wird der Diamant, der aus den Tiefen der Erdkruste gegraben wird eines Tages völlig aus dem Leben der Menschen verschwinden? Lassen wir uns überraschen….

Jedenfalls möchte ich denjenigen unter uns, die vielleicht manchmal an ihren Fähigkeiten zweifeln, folgenden Spruch nahelegen:

Ein Diamant ist ein Stückchen Kohle, aus dem unter Druck etwas geworden ist.

Mit freundlichen Grüßen,

ChromosomZ23

Kaum war er draußen, sah er die Schilder, die sich im Grün der Gärten versteckten, von innen jedoch nicht sichtbar gewesen waren: „Betreten für Unbefugte verboten!“  Da er ein Mensch war, der sich den Gesetzen des Staates Österreich stets verbunden fühlte, war er nun in einer für ihn völlig unerträglichen Situation. Also machte er sich auf, einen Ausgang zu finden. 

Nachdem er zwei, drei Stunden in der Grünzone des UZA’s herumgeirrt war,  dämmerte es. Er war müde, ausgelaugt und lechzte nach einer Pause. Er machte Feuer, wie er es bei den Pfadfindern gelernt hatte1. Nachdem er obligaterweise mehrmals „Ich habe Feuer gemaaaaacht!!!“ gebrüllt hatte, füllte er den Hasen, den er erschlagen hatte mit wilden Beeren und grillte ihn.

Ein Fehler, denn der herrliche Duft des Hasenbratens stimulierte nicht nur SEINE Geruchsrezeptoren…

Als er im Begriff war, den ersten herzhaften Bissen zu nehmen,  vernahm er ein heftiges Rascheln im Dickicht hinter sich. Er schrak auf, drehte sich um, da erfasste ihn Todespanik. Er blickte direkt in den Schlund eines potthässlichen Velociraptors.  Doch der wandte sich überraschend ab und verschlang zuerst den köstlichen Hasen, was meinem Freund etwas Vorsprung verschaffte.

Er lief!

Er lief, wie er es noch nie in seinem Leben getan hatte, was gegen einen Velociraptor relativ aussichtslos schien. Also ersann er sich abermals seiner pfadfinderischen  Fähigkeiten, machte sich  die gute alte Hauptfähigkeit der Ordnung der Primaten zum Vorteil und kletterte auf einen Baum.

Aus dieser Position beobachtete er mit evolutionärer Süffisanz, wie das Dinosauriervieh beim Versuch auf den Baum zu klettern jämmerlich versagte.

„Da ist er!! Schnappt ihn euch!“ Eine Kommandoeinheit Wachdienstleute hatte sich von  Hubschraubern abgeseilt und verfolgte den Velociraptor. Es machte einige Male „fffffffffffft“ und  wenige Sekunden später bekam das Ungeheuer einen Besuch vom Sandmann. Betäubungspfeile.

„Hilfe, Hilfe, bringt mich hier raus, ich bin nur ein armer Student“, schrie mein Freund. Wieder machte es einige Male „ffffffffffffffft“ und  der Sandmann verrichtete ein weiteres Werk.

Als mein Freund aufwachte, lag er am Boden seines Zimmers. Splitterfasernackt. Neben ihm ein Skriptum.  Bald darauf öffnete sich die Tür.

 

 

 

1 Ein kleinerer Baumstamm oder ein ca. 1m langer Ast wird quer auf einen Baumstamm gelegt und in dessen Längsrichtung unter starkem Druck hin- und her gerieben. Der hobelnde Ast entzündet sich.
Diese Methode wurde von den Polynesiern verwendet.

 

 

 

Als ich die Türe öffnete, sah ich ihn in der Ecke kauern. Er zitterte am ganzen Körper, konnte mir nicht in die Augen sehen. Schließlich sagte er mit weinerlicher Stimme:„Ich………Ich….……Ich………Hilfe!

Doch gehen wir ein paar Tage zurück in die Vergangenheit: Die Rede ist von einem Freund, welcher ein geisteswissenschaftliches Studium betreibt.  Als solcher ist er hauptsächlich im Hauptgebäude der Universität am Schottentor anzutreffen.

Das „EZA II“, wie er es nennt, spielte  keine Rolle in seinem Leben. Doch nun hatte er den Auftrag bekommen, in eben diesem „EZA II“ ein Skriptum zu besorgen. Er hatte den Namen der Sekretärin, sowie des Büros.

So weit, so gut. Eines Donnerstages machte  er sich frohen Mutes auf, um besagtes Skriptum zu erstehen.

Ich warnte ihn noch: „Unterschätze niemals die Macht des UZA’s.

Doch er wollte nicht hören.

So verwunderte es nicht, als er das erste Mal völlig unverrichteter Dinge zurückkam:

Er: „Ich habs nicht gefunden, es war mir schon so peinlich, was müssen die Leute von mir denken? Ich war über eine Stunde in diesem unfassbar großen Gebäudekomplex unterwegs. Du studierst schon dort, wo die Rolltreppen sind, oder?“

Ich: „Nein, da warst du wahrscheinlich im UZA 4“

Er: „Achso, ja, ich konnte das Büro nicht finden. Kann dir leider auch nicht mehr genau sagen wo ich war. Jedenfalls waren da plötzlich tote Haie und Wölfe und anderes Ungetier. -Unheimlich. Jedenfalls bin ich dann wieder heimgegangen, nachdem ich das vierte Mal an denselben Menschen vorbeigelaufen bin.  Das war mir schon so peinlich. Kannst du mir bitte vielleicht doch aufschreiben, wo das ist?“

Ich bewaffnete ihn also mit einer mehr oder weniger ordentlich ausgearbeiteten Wegbeschreibung, sowie hilfreichen Ratschlägen der Art: „Wenn du zu dem Büro willst, musst du also von der Pharmazie gesehen eine Ebene über dem Erdgeschoß gehen, und dich links halten! Das sind also 2 Ebenen über dem Eingang bei der Mathematik.“ und „Lass dich nicht verwirren, bewahre einen kühlen Kopf, dann wird’s schon hinhaun!“

„Danke, diesmal wird ich‘ s hoffentlich finden, so schwierig kann des ja nicht sein.“ meinte er…

Also probierte er es ein paar  Tage später, um genau zu sein am folgenden Donnerstag, ein zweites Mal.

Diesmal gelang es ihm, das richtige Gebäude zu finden und so wähnte er sich seinem Ziel nahe.

Er verfolgte meine Anweisungen so gut möglich, doch die vielen Lifte, Ebenen, Ausgänge, die schrägen Brücken, die abenteuerliche Krankonstruktion, die Dinosaurierskelette zollten ihren Tribut. Als er die Auswahl an Marmorböden sah, dachte er schließlich, er sei im Ausstellungsraum eines Innenarchitektenbüros gelandet.- Langsam, doch stetig verfiel er dem Wahnsinn.

Er lief von einem Ende des UZA’s zum anderen und wieder zurück. Er drehte und wendete den Zettel mit der Wegbeschreibung und schrie zum Schrecken der anwesenden Menschen: „Wo ist denn auf dieser verdammten Karte Norden!?!!“

Sein letzter Funken Verstand  drängte darauf, dringend das Gebäude zu verlassen und sich der  äußeren Welt, sprich geordneten Raumstrukturen, reiner Luft etc auszusetzen.

Da er das Vertrauen verloren hatte, dass die Lifte oder Stiegen ihn in die gewünschte Gebäudeebene bringen würden, lies er sich aus dem zweiten Stock in eine Pflanze fallen, die sich in der Ausgangsebene befand. So schnell wie möglich lief er zum nächsten Ausgang, riss die Tür auf und wähnte sich in Freiheit.

Eine trügerische Freiheit........

(Fortsetzung folgt)

Der Bericht des Studenten C. Z23, Teil 1:

Sehr verehrte LeserInnen!

 

Es handelt sich offensichtlich um ein Tabu. Etwas, dessen Analyse oder Beurteilung nicht lohnt, ja sie in eine unglimpfliche Lage versetzen könnte. Doch möchte ich sie bitten, liebe Leser, für einen Moment ihre Furcht abzulegen und mit mir hinter die Kulissen zu blicken.

Die ersten Hinweise bekam ich vor 2 Jahren, einige Monate nachdem ich „M.“ auf der Pharmazie kennenlernte...

 

M. war ein überaus fleißiger Pharmaziestudent im 2. Semester. Er war ordentlich, ehrgeizig und hilfsbereit. Doch kurze Zeit nachdem er die Buchbauer - Prüfung bestanden hatte, fing er an sich zu verändern. Mir ist erst nichts konkretes aufgefallen, nichts worauf man mit dem Finger zeigen könnte, doch gewisse Kleinigkeiten deuteten bereits zu diesem Zeitpunkt auf etwas Seltsames hin.

 

Immer öfter kam es vor, dass M. unausgeschlafen und zerknittert wirkte. Er war oft unkonzentriert und gereizt. Manchmal konnte man kleine schwarze Flecken auf Ms Händen sehen, seltener im Gesicht. Eine Erklärung dafür hatte er selbst nicht, da er im Labor immer Handschuhe trug, und auch sonst ein sehr gepflegter Mensch war. Außerdem klagte M. über ein gelegentlich leise hörbares Pochen, das ich aber als Einbildung abtat.

Laut M. war eigentlich alles in Ordnung doch fühlte er sich „irgendwie ausgelaugt und abgearbeitet, ohne genau zu wissen warum“.

 

M. hatte genug Schlaf und führte ein relativ stressfreies Leben. Doch man konnte eindeutig feststellen: Irgendetwas nagt an ihm, verzehrt seine Energie.

 

Einmal gestand mir M. er hätte häufig merkwürdige Träume, in denen er mit einer Spitzhacke auf dunkle Höhlenwände einschlug und andere Bergarbeiten verrichtete. Im Traum, so sagte M., war er dazu verdammt auf ewig in einer Art Mine zu arbeiten um seine Schuld zu begleichen.

 

 

Zum letzten Mal sah ich M., vor einem Jahr. Er sah völlig heruntergekommen und zermürbt aus, und stammelte irgendetwas unverständliches vor sich hin ohne von mir Notiz zu nehmen.

Danach war M. bis heute verschwunden.  

 

Ein weiterer Hinweis war, als ich durch Zufall in einer renommierten Tageszeitung eine Statistik über Pharmaziestudenten las: Immatrikuliert: 67,3% Männer, 32,7% Frauen,... das konnte doch unmöglich stimmen. Wo waren all die Männer? Damals wusste ich noch nichts von den merkwürdigen Dingen, die sich hinter den zahlreichern verschlossenen Türen des Pharmaziegebäudes abspielten...

Liebe Freunde der Wahrheit!

Selbst die brillantesten Wissenschaftler unserer Zeit  können sich zumindest ein Grinsen nicht verhalten, sobald der Name eines ganz besonderen Elementes erklingt. Die Rede ist vom Element „Cobalt“, welches ganz automatisch mit dem kleinen, frechen,  allerdings liebenswerten Pumuckl assoziiert wird. Wie gern erinnert man sich doch an die Abenteuer des rothaarigen Kobolds, an seine herrlichen Reime und seine Diskurse mit dem alten Meister Eder.

Was viele nicht wissen: Die Sache hat einen wahren Kern, wie Wikipedia verrät:

„Cobalterze sind schon seit langer Zeit bekannt. Im Mittelalter wurden sie häufig für wertvolle Silber- und Kupfererze gehalten. Da sie sich aber nicht verarbeiten ließen und wegen des Arsengehaltes beim Erhitzen schlechte Gerüche abgaben, wurden sie als verhext angesehen. Angeblich hätten Kobolde das kostbare Silber aufgefressen und an seiner Stelle wertlosere silberfarbene Erze ausgeschieden.“

Doch nicht genug: Wikipedia verrät uns, dass noch zwei weitere Elemente  einen ähnlichen Ursprung besitzen:

„Neben Cobalt waren dies auch Wolfram- und Nickelerze. Diese Erze wurden von den Bergleuten dann mit Spottnamen wie Nickel(„Nickeln“= Berggeister), Wolfram (etwa „Wolfsspucke“, lat. lupi spuma) und eben Kobolderz, also Cobalt belegt.“

Auch wenn ich hier kategorisch ausschließen möchte, dass der Pumuckl wertlose silberne Erze ausscheidet,  ist es mir jedes Mal eine ganz besondere Freude, ihm während des Pharmaziestudiums begegnen zu dürfen.

Übrigens war der Pumuckl ja vor nicht allzu langer Zeit auf der Donau unterwegs, somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich derzeit im UZA II befindet nicht zu unterschätzen.

Zufall ?

Mfg,

ChromosomZ23

PS.: Zitat: "Wenn ein Kobold an einem menschlichen Ding hängen bleibt oder von einem Menschen eingezwickt oder festgehalten wird, dann wird er sichtbar." 

"Wer mich einmal gesehen hat, der wird mich immer sehen - unsichtbar bin ich nur noch für andere Menschen."

"Ich muß bei dem bleiben, der mich einmal gesehen hat."                      

Verehrte Querdenker!

Die ganze Sache begann so:

Der Wecker hatte meine  Affaire mit Scarlett Johansson wie so oft auch jenen morgen abrupt beendet. „Sei’s drum!“ dachte ich und machte mich, wie es sich für den fleißigen  Studenten gehört, auf den Weg zur ersten Vorlesung. Bald saß ich in der U-Bahn Richtung Spittelau und sah aus dem Fenster. Dichter Nebel umhüllte die Stadt.- Der Kahlenberg war verschwunden und der Stephansdom kaum zu erahnen.  

Als ich von der U- Bahn- Station in Richtung UZA II hastete, erschrak ich:  Vom Universitätsgebäude war nichts zu sehen! Im Gegenteil: Im Nebelmeer vor mir schwamm ein weißes Schiff gewaltiger Ausmaße! Ich rieb mir die Augen, zwickte mich heftig in die Wade, doch die Wahrheit lies sich nicht verscheuchen:

Die ganzen Jahre hatte ich den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen, dabei war es doch so offensichtlich: Die Symmetrie des Gebäudes, die vielen Hohlräume, die für den nötigen Auftrieb sorgten! Die Eingangsschleusen waren so schwer und solide gebaut, dass sie, einmal verriegelt, mit Leichtigkeit riesige Wassermassen abwehren konnten.  Ja das Gebäude besaß sogar ein Bug in Richtung Spittelau!  Nun fiel es mir wie Schuppen von den  Augen:

Wir studieren in einem Schiff!

Auf diesen Schock beschloss ich, die Vorlesung sausen zu lassen, umzukehren  und mich wieder niederzulegen.

Mfg,

ChromosomZ23