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Pharmaziestudium

Letzter Beitrag 03-09-2010, 21:46 von amy. 2 Antworten.
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  •  03-09-2010, 17:51 69232

    Pharmaziestudium

    Hallo liebes Forum,

    ich möchte das kommende Wintersemester mit dem Pharmaziestudium beginnen und hab jetzt im voraus schon mal eine Menge Fragen, v.a. was den Schwierigkeitsgrad des Pharmaziestudiums angeht, weil mich einige Leute doch für einen Moment verunsichert haben, sei es noch mal lernintensiver als Medizin oder Jus.

    Habe auch gegoogelt und dann folgendes gefunden:

    "dir ist klar, was du da für eine entscheidung getroffen hast? ich möchts dir ja nicht wieder ausreden, aber ich hatte ab und zu mal vorlesungen (und also auch erfahrungen) mit pharmazeuten. also: arbeiten nebenher kannst du ziemlich vergessen. pharmazie ist extrem viel lernerei! pharmazie ist extrem zeitaufwändig! pharmazeuten werden (zumindest hier, aber unsere sind wohl besonders gut) geknechtet! und: man sollte echt chemie/medizin/bio lieben... sonst überlebt man's meiner meinung nach nicht."

    "Arbeiten nebenbei kannst du vergessen, wenn du das Studium in 9 - 10 Semestern durchziehen willst. Du wirst sowieso keine Zeit für etwas anderes als Pharmazie haben. Also Freunde etc müssen sehhhhhhhhhhhr viel Geduld für dich aufbrigen. Aber begeistert ist von der Chemie und Biologie, der ist mit dem Fach wirklich gut bedient und ht die Möglichkeit wirklich viel darüber zu erfahren!
    Hab sogar von Leuten gehört, die das Studium überlebt haben sollen; es besteht also Hoffnung! :-)"

    "ich studiere dies zwar nicht, aber ne freundin mal für 1 semester und die hat auch mächtig gestöhnt.. man muss schon ein richtiges "lerntier" sein um das durchzustehen...
    Also, zum Thema "was ist stressiger?" folgendes: die Mediziner knüppeln in den ersten 4 Semestern mit ihrer Anatomie wie die wilden, danach wird das Leben für sie ruhiger - man sieht Mediziner der Semester >5 des öfteren tagsüber in Parks, Cafés etc. pp. - Orte, an denen man Pharmazeuten vom ersten bis letzten Semester während der Vorlesungszeit sicher *nicht* antrifft..."

    "Zum Thema Zeit: ich habe nach alter AAppO studiert und hatte im ersten Semester von Mmontags 8 bis freitags 18 Uhr an der Uni zu tun. Vormittags waren immer Vorlesungen (irgendwann habe ich alles vor 9 Uhr, was nicht Pflicht war, ersatzlos gestrichen), ab mittags bis 17...18 Uhr Laborpraktika - Anwesenheitspflicht ohne Ausnahme! Allerdings varriert das stark von Uni zu Uni, der Tag kann auch mit Praktikum um 8 beginnen und mit dem 2. Praktikum des Tages um 18 Uhr enden (so wie an meiner jetzigen "Wirkungsstätte"). Sport ist möglich (Pharmazeuten sind Volleyball-Liebhaber mit dem legendären "PharmaCup"), alles was tagsüber an Sprachkursen etc. läuft kann man getrost vergessen. Abends findet Lernen und Protokollschreiben statt und wie lange man dann noch versumpfen kann hängt vom persönlichen Schlafbedürfnis ab, dürfte sich aber angsichts von Stundentafeln mit ca. 30-40 Stunden wöchentlich nur an der Uni (plus eigene Vor- und Nacharbeit) auch bei robusten Naturen in Grenzen halten.
    Was die Ferien angeht: manche Unis haben Abschlußklausuren - ist sie bestanden, hat man 3 Monate frei (bei Durchfallquoten von. z.T. 80%-90% im ersten Versuch kann man sich die Chancen ja ausrechnen). Ansonsten hat man eben was zu tun. Andere Unis haben Antritssklausuren zu Beginn, in der Mitte und/oder am Ende der Ferien und bisweilen eben schön gleichmäßig über die Ferien verteilt. Nach dem 4. Semester ist 1. Staatsexamen, also auch nix mit Ferien.
    Summa summarum: man kann es schaffen, wie jedes Jahr viele Absolventen zeigen, aber wenn man das klischeehafte "Studentenleben" genießen will, sollte man was anderes anfangen und sich zu denen gesellen, die im Sommer im Botanischen Garten liegen, während im Gebäude daneben die Pharmazeuten ihre Pflanzenschnitte machen.
    Ach so, zu guter Letzt: Interesse an Biologie ist schön, aber nur begrenzt hilfreich. Interesse an Chemie ist unabdingbar bei ca. 40% Chemieanteil und ein wenig mathematisch-physikalisches Grundverständnis sollte auch vorhanden sein, denn sowohl Mathematik als auch Physik sind Teilfächer und die Technologie ist ebenfalls recht physiklastig.
    Aber: nicht entmutigen lassen. Du darfst nur keine niedrige Frustrationsschwelle haben und musst einiges einstecken können. Dann wird es klappen..." 

    Was sagt ihr dazu? Worauf setzt denn das Pharmaziestudium, was ist am wichtigsten? Viel Fleiß und Auswendiglernerei oder mehr Verständnis, Rechnerei und abstraktes Denken? Wie sieht das Studentenleben eines Pharmazeuten aus: Wie siehts mit meinem Wochenende aus? Wie lange kann ich auf Urlaub fahren? Kann man oft weggehen und feiern und trotzdem halbwegs in Mindeststudienzeit bleiben, wenn man einen durchschnittlichen iQ hat? Die Einstellung zum Studium ist in den Zitaten ja ordentlich negativ. Es war mir klar, daß das Pharmaziestudium straffer und intensiver organisiert ist als viele andere Studien und man mehr lernen muss, aber die hier hinterlassen ja den Eindruck, als sei es die Hölle. Ich habe auch gehört, wenn man den ersten Studienabschnitt hat, ist das Studium einfacher. Stimmt das oder lernt man 9 Semester nur?

    Ich hoffe, jemand nimmt sich die Zeit, all das zu beantworten :) ich würde mich über möglichst viele verschiedene Antworten freuen und schon mal danke im voraus.

    LG Carolinchen

  •  03-09-2010, 18:57 69236 Antwort zu 69232

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    AW: Pharmaziestudium

    hallo!

    das wichtigste ist dass du dich nicht von allen möglichen schauergeschichten einschüchtern lässt!! natürlich ist es recht lernintensiv, aber es man muss auf keinen fall sein ganzes leben dafür opfern.... man kann auch fortgehen, nebenbei arbeiten (das muss man sich aber gut einteilen um nicht mit praktika etc zu kollidieren) und das studentenleben genießen und trotzdem halbwegs in der zeit bleiben. natürlich kann man nicht jeden tag party machen und den vormittag im cafe verbringen, aber in gemäßigtem ausmaß ist das kein problem.

    man muss auch kein supergenie sein, um das studium zu schaffen. am wichtigsten ist dass es einen wirklich interessiert und dass man fleißig ist.

    ob der erste abschnitt leichter ist als der zweite weiß ich nicht wirklich. im ersten gibt es ein paar einstiegsprüfungen, bei denen die durchfallquote recht hoch ist und man von schauergeschichten wie "dafür muss man mindestens 3 monate lernen" oder "ohne einen chemieschwerpunkt in der schule hat man keine chance" entmutigt wird. man darf sich einfach nicht unterkriegen lassen und einfach lernen und antreten und wenns nicht klappt einfach weiterzulernen und es nochmal zu versuchen. irgendwann klappts dann. ich kann aber nicht sagen, dass ich jetzt im zweiten abschnitt weniger zu lernen hätte als im ersten, aber ich fühle mich auch nicht maßlos überfordert deshalb ist es ok so.

     

    lg

  •  03-09-2010, 21:46 69252 Antwort zu 69236

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    AW: Pharmaziestudium

    Ok, ich kann natürlich nur meine eigene Sicht der Dinge wiedergeben, aber folgende Aussagen stimmen ziemlich sicher:

    - zeitauwändig: je nach Quelle variiert die Durchschnitts-Studiendauer zwischen 14-16 Semester; arbeiten ist möglich, aber man darf sich nicht allzu viel Rücksicht erwarten. Und es wird dann je nach Ausmaß der Beschäftigung eben länger dauern.

    - nach dem 1. Abschnitt wird es nicht leichter, das hatte ich auch mal geglaubt... Und drei Monate lernen für eine (Fach-)prüfung ist nichts ungewöhnliches. 

    - Chemie- oder sonstige Vorkenntnisse sind meines Erachtens nützlich, aber nicht notwendig. Man fängt sowieso bei den Grundlagen an und das ist gut so. 

    - es ist notwendig, zu verstehen UND Auswendig zu lernen, leider

    - Super/Rechengenie braucht man keines sein, Ausdauer und eine hohe Frustrationstoleranz sind definitiv notwendig, weil einem nichts geschenkt wird. Betteln um Prüfungstermine, teils schlechte+fehlerhafte Skripten, Lehrveranstaltungen, die sich überschneiden...damit muss man sich ständig herumplagen. Man nehme das Vorlesungsverzeichnis dieses Sommersemesters: gerade mal 1 Prof hat es geschafft, die VO-Zeiten online zu stellen, den Rest darf man sich aus Aushängen auf der Uni/diversen Homepages zusammensuchen.

    - "Kann man oft weggehen und feiern und trotzdem halbwegs in Mindeststudienzeit bleiben, wenn man einen durchschnittlichen iQ hat?" ---> Nein, meiner Meinung nach nicht. Kommt natürlich auch drauf an, was man selbst unter "oft" versteht...

    Und sonst noch...

    Klar stellt jeder Student gerne das eigene Studium als "am schwersten" hin. Ob es Mediziner oder Jus-Studenten einfacher haben, würde ich mich nicht beurteilen trauen. Du solltest beachten, dass du für Pharmazie ein breit gefächertes Interesse (Medizin, Bio/Molbio, Botanik, Chemie/Biochemie...) mitbringen solltest - falls du bereits ein spezielleres Interesse an einem dieser Gebiete hast, solltest du in Betracht ziehen den entsprechenden Studiengang zu wählen. Falls du später mal in der Apo arbeiten möchtest, ist Pharmazie natürlich Voraussetzung. Und das Aspirantenjahr danach.

    Übrigens, "Staatsexamen" gibt es nur in Deutschland, da musst du wohl aus einem deutschen Forum zitiert haben...

    Liebe Grüße und viel Glück bei deiner Studienwahl!

    amy

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